Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster
Ev. Krankenhaus Bielefeld
Projekte

Stand Juli 2008

Liste der Projekttitel in alphabetischer Reihenfolge:













 

 

Adherence

Ansprechpartner, Projektleitung:

Kooperationspartner:

  • Dr. med. Ewald Rahn
    (LWL-Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie Warstein und Lippstadt)

Doktoranden / Projektmitarbeiter:

  • Jürgen Stickling-Borgmann
  • Alexa Spiekermann

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Inhalt:

 

Adherence / Adhärenz / Concordance/ Konkordanz

Die antipsychotische Medikation stellt einen wesentlichen Stützpfeiler im Rahmen  der effektiven Schizophreniebehandlung dar. Sie reduziert Symptome und dient als Dauermedikation angewandt der Prävention von Rückfällen (NICE, 2002). Das National Institute of Clinical Excellence (NICE, 2002) empfiehlt als Medikation der ersten Wahl atypische antipsychotische Medikamente für Menschen mit Schizophrenie. In der klinischen Praxis jedoch zeigt sich, dass die Wirksamkeit und Effektivität von antipsychotischer Medikation aufgrund einer niedrigen Adherence begrenzt ist.

Adherence kann wie folgt definiert werden:

„Adherence beschreibt den Grad, in dem das Verhalten einer Person – z. B. bei Medikamenteneinnahme, Einhaltung einer Diät und / oder Änderung von Lebensgewohnheiten – mit abgesprochenen Empfehlungen der Gesundheitsexperten korrespondiert“.(WHO, 2003)

oder

“Adherence has been defined as the extent to whitch a person´s behaviour coincides with the medical advice given (Sackett & Hayens 1976)”

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Tab.: Faktoren, die Adherence beeinflussen

Kulturelle Faktoren

Ethnischer Hintergrund
Religion
Familiäre Einflüsse
Druck der Peer-Group
Zugang zu alternativen Behandlungen
Nationales Gesundheitssystem

Auf die Umgebung bezogene Faktoren

Sicht der Familie auf die Behandlung
Unterstützung durch die Familie
Druck der Peer-Group
Kontakt mit anderen Patienten
Medien
Zugang zu alternativen Behandlungen

Personenbezogene Faktoren

Geschäftige Lebensstile
Desorganisierte Lebensstile
Vergessen der Medikamenteneinnahme
Voreinstellungen zu Krankheit
Voreinstellungen zu Behandlung
Verunsicherung
Angst vor Stigmatisierung
Kognitive Defizite
Niedriges Selbstwertgefühl, wenig Selbstvertrauen
Schlechte Motivation
Lack of perceived risk illness poses
Niedrige Erwartungshaltung gegenüber Behandlung

Auf den Verordnenden bezogene Faktoren

Mangelnde Zusammenarbeit
Autoritäres Verhalten
Nicht-Erklären
Mangelnder Glaube/mangelndes Vertrauen in den Verordnenden
Mangel an Zugang/Zugänglichkeit zum Verordnenden
Mangel an Follow up
Überarbeitung des Verordnenden
Überlasteter Service
Mangelnde Übung angemessener Interventionen zur Steigerung der Adherence
Unregelmäßige Überprüfung des Behandlungplans

Behandlungsbezogene Faktoren

Komplexe Behandlungsregime
Unbeabsichtigte Nebenwirkungen
Route of administration
Fehlende Zufriedenheit
Angst vor Nebenwirkungen
Schlechte Symptomkontrolle
Vorangegangene schlechte Erfahrungen
Nicht-Sehen sofortiger Erfolge
Nichtverstehen der Behandlung
Häufige Änderung der Behandlung
Dauer der Behandlung

Krankheitsbezogene Faktoren

Fehlende Kenntnisse über Krankheit und Behandlung
Verleugnung der Krankheit
Schwere der Erkrankung
Grad der Behinderung
Krankheitsverlauf
Auswirkung der Krankheit auf die Lebensführung

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Adherence Therapie Ansatz

Verschiedene Ansätze haben sich als wirksam zur Verbesserung der Adherence im Hinblick auf die Behandlung erwiesen. Dazu gehört die Schulung des Patienten (Psychoedukation), verhaltenstherapeutische Interventionen, Hilfen und Aufforderungen zur Adherence, motivierende Gesprächsführung und Herangehensweise über Verstand und Verhalten. Systematische Überprüfungen haben gezeigt, dass eine Kombination solcher Ansätze  zur Verbesserung der Behandlungs-Adherence wirksam ist (Nose et al, 2003; Haynes, 2002).

Von entscheidendem Interesse war die Arbeit von Kemp et al (1998), der die Compliance-Therapie entwickelte. Die Schlüsselprinzipien dieses Ansatzes beinhalteten das gemeinschaftliche Arbeiten mit den Patienten, Betonung der persönlichen Entscheidung und Verantwortung und das In-den-Blick-Nehmen von Sorgen in Bezug auf die Behandlung. Die Intervention ist in drei Phasen eingeteilt. Phase 1 befasst sich mit den Behandlungserfahrungen des Patienten, indem er Hilfestellung zur Rückschau auf seine Krankheitsgeschichte erhält. In Phase 2 werden allgemeine Sorgen in Bezug auf die Behandlung diskutiert und die guten und weniger guten Aspekte der Behandlung werden erklärt. Phase 3 befasst sich mit langfristiger Prävention und Strategien zur Vermeidung von Rückfällen. Die Evaluation der Compliance-Therapie erfolgte im Rahmen einer randomisierten Studie (RCT: randomised controlled trial) (Kemp et al, 1998). 74 Patienten wurden zufällig ausgewählt um entweder sechs Compliance-Therapiesitzungen oder unspezifizierte Beratung zu erhalten. Sie wurden bis 18 Monate nach Beginn der Studie begleitet und es zeigten sich bei denen, die Compliance-Therapie erhalten hatten, weniger Rückfälle.

Gray et al (2004) haben diese Ideen als Grundlage benutzt und gezeigt, dass Pflegepersonal im Gebrauch dieser Fertigkeiten geschult werden kann, um bei Patienten mit Psychosen die Adherence sowie die klinischen Ergebnisse zu verbessern. Der Ansatz der Adherence Therapie führt dies fort und baut auf den mittlerweile beachtlichen klinischen Erfahrungen und Forschungserkenntnissen auf. Nach unserer Erkenntnis wird Adherence am effektivsten durch die Vereinfachung eines Prozesses der gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung (Concordance) gefördert.

Die Schlüsselelemente des Adherence Therapie Ansatzes sind:

  • Zusammenarbeit und Flexibilität
  • Das Arbeiten mit Ansichten und Annahmen der Patienten in Bezug auf ihre Medikation
  • Herausarbeiten und Umgangsweisen mit ambivalentem Verhalten im Hinblick auf eine langfristige Medikamenteneinnahme

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Empfohlene Literatur zum Weiterlesen:

  • Gray R. et al. (2002). From compliance to concordance: a review of the literature on interventions to enhance compliance with antipsychotic medication. Journal of Psychiatric and Mental Health Nursing, 9,3, 277-284
  • Haynes P. et al (2002). Interventions for helping users follow prescriptions for medications (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 4, Oxford: Update Software.
  • Kemp R. et al (1998). Randomised controlled trail of compliance therapy. 18 month follow-up. British Journal of Psychiatry, 172, 413-419.
  • Miller W. R. (1995). What is motivational interviewing? Behavioural and Cognitive Psychotherapy, 23, 325-334.
  • Körkel J. Veltrup C. (2003) Motivational Interviewing: eine Übersicht. Suchttherapie, 4, 115-124.

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Ambulante Nach-Sorge Alkoholabhängiger (HANSA)

Projektleitung Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Doktorandin:

Vorläufiger Arbeitstitel:

  • Untersuchung von automatisierten und kontrollierten Inhibitionsmechanismen bei Alkoholabhängigen

Diplomandinnen:

  • Edina Benda
  • Diana Geiger
  • Julia Velten
  • Carmen Leichsenring
  • Franziska Stelle

Kurzinformation:

In der HANSA-Studie (Hochfrequente Ambulante Nachsorge Stationär-teilstationär behandelter Alkoholabhängiger) soll die Effektivität einer sechswöchigen telefonbasierten Kurzintervention im Anschluss an eine qualifizierte Entzugs- und Motivationsbehandlung untersucht werden. Als Ziel wird dabei eine Reduktion der Rückfälle nach Entlassung aus teilstationärer Behandlung angestrebt. Zudem werden in einer ausführlichen klinischen und neuropsychologischen Diagnostik vielfältige Parameter (Fähigkeit zur Inhibition, Selbstwirksamkeitserwartungen, Ausprägung des Alkoholkonsums und des Verlangens nach Alkohol) erhoben, um deren möglichen  Einfluss auf das Rückfallgeschehen zu erfassen. Aus diesem Grund finden Untersuchungen zu 3 Testzeitpunkten statt:

1. in der letzten Woche der teilstationären Behandlung,

2. nach Beendigung der Telefonintervention (6 Wochen später) und

3. katamnestisch nach 6 Monaten.

Darüber hinaus wird eine „gesunde“ Kontrollgruppe mit den neuropsychologischen Paradigmen zu zwei Testzeitpunkten untersucht – zum einen, um mögliche Zufallseffekte ausschließen zu können und zum anderen, um mögliche systematische Unterschiede zwischen „Gesunden“ und Alkoholabhängigen herauszufinden.  

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Das Erleben der Aufnahme in Kliniken und Abteilungen für Psychiatrie und Psychotherapie in Deutschland

Projektleitung Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Kooperationspartner:

  • Prof. Dr. Fritz Hohagen, Lübeck
  • Prof. Dr. Tilman Steinert, Ravensburg
  • Prof. Dr. Ingrid Börner, Gütersloh
  • Prof. Dr. Albert Diefenbacher, Berlin
  • PD Dr. Bernward Vieten, Paderborn

Projektmitarbeiter:

  • Simona Schäffer
  • Dr. Katharina Spitzberg
  • Sabine Urban
  • Jasmin Wertz

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Der Einfluss der Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse auf die Gedächtnisleistung bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung und anderen traumaassoziierten psychischen Erkrankungen

Projektleitung Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Kooperationspartner:

  • Prof. Dr. O. T. Wolf (Uni Bochum)
  • Dr. Katja Wingenfeld (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)

Doktorandinnen:

Diplomandinnen:

  • Fiona Hayes
  • Janine Thome
  • Svenja Hohnen
  • Birte Schneider
  • Kirstin Büchsenschütz
  • Sarah Dostler
  • Anna Eusterholz
  • Linda Göhausen

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Emotionsregulation bei Patientinnen mit BPS

Projektleitung Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Durchführende:

Diplomandinnen:

  • Carolin Scheulen
  • Ania Pastuszak

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Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines Interventionskonzepts zur primären Prävention von psychischen Störungen bei Kindern psychisch erkrankter Eltern (EEEIPP)

Neuer Projektname: KANU

Projektleitung:

  • Jun. Prof. Dr. Ullrich Bauer (Universität Bielefeld)
  • Dieter Heitmann (Universität Bielefeld)

Projektverantwortliche Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Mitarbeiter:

  • Julia Griepenstroh
  • Michael Leggemann
  • Riki van den Broek
  • Carmen Leichsenring
  • Janine Thome

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Körperliche und psychische Folgen von Stress am Arbeitsplatz: Risiko- und Schutzfaktoren im Rahmen pflegerischer Tätigkeit

Projektleitung Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Kooperationspartner:

  • Dr. Katja Wingenfeld - Institut  der Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UKE Hamburg
  • Jürgen Lempert-Horstkotte - Betriebliche Gesundheitsförderung Bethel
  • Michael Löhr – Westfälische Kliniken Gütersloh
  • Christian Heins - Klinikum Region Hannover GmbH

Projektmitarbeiter:

  • Annika Damkröger

 

www.pflege-fuer-pflegende.de

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Neuronale Grundlagen aktiver Inhibition während visuell-räumlicher Verarbeitung bei Patienten mit Demenz vom Alzheimer-Typ

Projektverantwortlicher Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Kooperationspartner:

  • PD Dr. Gebhard Sammer (Kognitionslabor, Justus-Liebig-Universität Giessen)
  • Prof. Dr. Hans J. Markowitsch (AE Physiologische Psychologie, Universität Bielefeld)

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Retrospektive Analyse neuropsychologischer Leistungsprofile bei neurodegenerativen Erkrankungen und Depression im Alter

Projektverantwortlicher Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Kooperationspartner:

  • Prof. Dr. Hans J. Markowitsch (AE Physiologische Psychologie, Universität Bielefeld)

Projektmitarbeiter:

  • Nadine Potthast
  • Antonius Wiehler

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Stigma-induzierte Bedrohung der sozialen Identität - die Bedeutung verschiedener Copingstrategien für das Stigma psychischer Krankheit

Projektleitung Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Kooperationspartner:

  • Dipl.-Psych. Marie Marekvica (Universität Bielefeld)
  • Prof. Dr. Jost Reinecke

 

Therapeutisches Reiten in der Rehabilitation von Menschen mit Traumatisierung (Evaluationsprojekt)

Projektleitung:

  • Dr. Lutz Worms (Leiter therap. Reiten, SB Behindertenhilfe, vBA Bethel))
  • Dirk Baum (Heilpädagoge, Reit- Voltifierpädagoge, SB Behindertenhilfe, vBA Bethel)

Projektverantwortliche Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel:

Mitarbeiter:

  • Carolin Steuwe

 

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Stand: 7.7.2010